Zwei betrunkene Pandas die Rummachen

Geboren in einer regnerischen Nacht – zwischen Wehen, Tresen und Wahrheiten

Geburtstag: 12. August 1991 – ein Tag, den ich nie vergessen werde, obwohl ich ihn nicht bewusst erlebt habe.

Es war tief in der Nacht, irgendwo zwischen Wirges und Montabaur, im kleinen Ort Dernbach im Westerwald. Während draußen der Regen sanft gegen die Fensterscheiben des Krankenhauses prasselte und eine melancholische Ruhe in die Flure legte, kämpfte meine Mutter im Kreißsaal. Allein. Ohne den Mann, den sie liebte – meinen Erzeuger.

Um 3:01 Uhr morgens kam ich zur Welt.

Meine Mutter war stark. Zärtlich. Fürsorglich. Obwohl sie körperlich erschöpft war, schenkte sie mir all die Wärme, die ein neugeborenes Leben braucht. In diesem Moment hätte sie eigentlich das Glück eines gemeinsamen Starts mit meinem Vater erleben sollen. Stattdessen war er nicht da. Nicht, weil er verhindert war. Sondern weil er an diesem Abend in einer Kneipe saß – mit einer anderen Frau. Arm in Arm. Während meine Mutter in den Wehen lag.

Dieses Bild hat sich tief in die Erinnerungen eingebrannt. Nicht nur, weil ich es später auf einem Foto sah, sondern weil es zum Symbol für einen Start ins Leben wurde, der von Anfang an von Gegensätzen geprägt war: Liebe und Kälte. Nähe und Abwesenheit. Hoffnung und Schmerz.

Ein Schatten über dem Anfang

Mein Vater blieb auch nach diesem Tag präsent. Irgendwie. Nicht mit echter Nähe oder emotionaler Verantwortung. Sondern mit einer Art schwankender Präsenz – mal da, mal weg. 1993 bekam meine Mutter noch einen Sohn mit ihm – meinen kleinen Bruder. Doch die bröckelnde Beziehung hielt nicht stand. 1998 trennten sich unsere Eltern. 2000 folgte die Scheidung und meine Mutter erhielt das alleinige Sorgerecht.

Sie hat uns beide allein großgezogen. Mit Würde, Stärke und unendlicher Geduld. Während unser Vater meist abwesend blieb, innerlich wie äußerlich, war sie der Fels in der Brandung.

Warum ich das teile?

Weil Musik manchmal dort erzählt, wo Worte fehlen. Dieses LoFi-Stück – komponiert mit asiatischen Instrumenten wie Guzheng und Bambusflöte, begleitet von sanftem Regen und warmen Pads – ist meine musikalische Verarbeitung dieser Geschichte. Die Geschichte meiner Geburt. Der Anfang meines Weges. Und ein stilles Dankeschön an eine Mutter, die nie aufgegeben hat.

Ein Loop aus Leben

Das Lied beginnt traurig – so wie diese Nacht. Es endet mit demselben Thema, weil der Schmerz bleibt. Aber inmitten all der Dunkelheit leuchtet ein kleiner Funke Wärme: Die Liebe einer Mutter. Und der Wille, aus diesem Schatten eine eigene Kraft zu formen.

Vielleicht findest du dich in dieser Geschichte wieder. Vielleicht bringt dir der Beat ein Stück Ruhe. Vielleicht auch ein paar Tränen.

Und wenn du mehr wissen willst: Ich habe alles niedergeschrieben. Ohne Groll. Nur mit Gefühl.

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Danke fürs Zuhören.

– Tyler 🐼